ElbeBlogger: Besuch des Alten Jüdischen Friedhofs in Dresden

Vergangenen Sonntag fand zum fünfundzwanzigsten Mal die Bunte Republik Neustadt auf der rechtselbischen Seite Dresdens statt. Nach einem mal wieder hervorragenden Frühstück im Café …

Vergangenen Sonntag fand zum fünfundzwanzigsten Mal die Bunte Republik Neustadt auf der rechtselbischen Seite Dresdens statt. Nach einem mal wieder hervorragenden Frühstück im Café „England, England“, das inzwischen zu meinen liebsten Etablissement in Dresden geworden ist, spazierte ich durch die sich langsam füllenden Straßen der Äußeren Neustadt. In der Pulsnitzer Straße stieß ich auf den Alten Jüdischen Friedhof, der wie auch bei meinem letzten Besuch verschlossen war. Aufgrund der Feierlichkeiten sollten zu meinem Glück aber an diesem Tag drei Führungen stattfinden. Nach dem Besuch der Einweihung des Edward-Snowden-Platz, nahm ich an einer der Führungen teil.

Der Alte Jüdische Friedhof ist der älteste erhaltene jüdische Friedhof in Sachsen. Mit seinen 3.500 Quadratmetern ist er laut der Wikipedia einer der kleinsten Friedhöfe in Dresden, aber sicher auch einer der interessantesten. Ich habe auf der rund einstündigen Führung einiges über das Judentum und Begräbnisriten gelernt:

1. Alles hat einen Sinn, nichts ist nur schön anzusehender Zufall

2. Im Tod sind alle gleich, nur nicht die Deutschen

3. Digital ist besser, das gilt auch beim Verstehen von Geschichte

4. Frühere Notwendigkeiten können zu pflegende Traditionen werden

Besonders die Tradition der Steine auf den jüdischen Grabsteinen fand ich sehr schön. Es gibt inzwischen verschiedene Begründungen, warum aus dieser einmal sehr praktischen Notwendigkeit zum Schutz gegen wilde Tiere und dem Wiederfinden von Grabstätten, ein Ritual geworden ist. Das dies auch eine Art nie endende Abschiedszeremonie ist, die man auch nach Beerdigungen endlos wiederholen kann, ist eine wirklich schöne Idee, denn sie lädt jeden Besuch einer Grabstelle mit Bedeutung auf. Und Steine, im Gegensatz zu Blumen, vergehen nicht.

Vom 19. Juni bis 3. Juli reise ich im Rahmen eines Projekts der Deutschen Telekom als ElbeBlogger den Fluss entlang. Im Europa-Blog der Telekom findet Ihr meine offiziellen Blogposts, alles andere unter dem Hashtag #ElbeBlogger auf Twitter, Instagram und ab und zu auch auf Google+.


Teaser & Images by Tobias Schwarz (CC BY 4.0)