Was ist ein Elbeblogger? Und warum ich einer sein will.

Was ist ein Elbeblogger? Ein Blick in ein Lexikon könnte folgende Definition liefern: “Ein Elbeblogger [elbe blɔger] ist jemand, der Blog-Beiträge über den mitteleuropäischen Strom Elbe veröffentlicht oder verfasst.”

Doch was kann man über einen Fluss schreiben? Wie schnell das Wasser die Strömung hinauf fließt? Welche Fische in diesem Gewässer leben? Wie oft am Tag noch ein Schiff auf dem Fluss verkehrt? Wo der Fluss anfängt und wo er endet? Dafür braucht es keine Elbeblogger. Der Wikipedia-Beitrag über die Elbe beinhaltet all diese Informationen.

Schiff auf der Elbe bei Arneburg (Image: Tobias Schwarz, CC BY 4.0)
Wie viele Schiffe fahren heute noch auf der Elbe? Als Kind wirkten es wie unendlich viele.

Ein Elbeblogger kann nur jemand sein, der versteht, was die Elbe alles sein kann. Ein Ort der Vergangenheit, an dem nicht nur einmal Weltgeschichte geschrieben wurde. Ein Ort der Gegenwart, an dem die Menschen wieder lernen, mit der Natur zu leben. Und ein Ort der Zukunft, der es verdient, dass man sich für ihn einsetzt, um ihn zu bewahren.

Man weiß etwas erst zu schätzen, wenn man es verloren hat. Ich bin an den Ufern der Elbe aufgewachsen. Doch wie auch viele meiner Freunde, bin ich aus Magdeburg weggegangen. Auf dem Arneburger Hang, hoch über der Elbe, habe ich auch keine Familie mehr. Und an den Wochenenden besuche ich auch nicht mehr andere Städte, Burgen und Schlösser am Elbufer.

Die Elbe war mein Zuhause, sie ist immer noch meine Heimat. Sein Zuhause zu verlassen, kann Fortschritt bedeuten. Doch seine Heimat verlässt einen nie. Dies ist aber kein Stillstand, sondern Beständigkeit. Wer an der Elbe aufgewachsen ist weiß, dass hier das Wasser anders rauscht, anders riecht und die Zeit ganz anders verrinnt. Dies prägt.

Die Elbe im Metro-Bahnhof Concorde (Image: Tobias Schwarz, CC BY 4.0)
Metro-Bahnhof Concorde, Paris. Selbst hier habe ich nur Augen für die Elbe.

Jemand der bloggt, kann all die Erfahrungen vermittelnden Begegnungen, die einen auf dieser Reise erwarten, persönlich erfassen und kommentieren. Das Handwerk bringe ich mit, die sozialen Netzwerke sind mir privat und beruflich gut vertraute Plattformen. Aber darauf kommt es nicht unbedingt an. Dies können auch andere, manche vielleicht besser. Oder auch kreativer.

Es braucht jemanden, für den zu Bloggen eine Art ist, sich und seine Gedanken auszudrücken. Noch besser ist es, wenn diese Person die Elbe kennt. Denn sie, die Elbe, ist das Medium. Seit Jahren blogge ich, meist nur über Sachen, die mir wichtig sind, selten dabei aber über Persönliches. Als Elbeblogger möchte ich das ändern. Das Persönliche muss wichtiger werden.

Skulptur am Arnebuger Elbufer (Image: Tobias Schwarz, CC BY 4.0)
Vom glücklichen Elbeblogger erwarte ich an dieser Skulptur am Arneburger Elbufer ein Selfie.

Sollte ich, als Social-Media-affiner Blogger und Telekom-Kunde, doch nicht auf diese Reise gehen, hoffe ich doch, dass diese Worte den zukünftigen Elbeblogger erreichen. Er oder sie haben als Elbeblogger eine Aufgabe vor sich, um die ich sie beneiden würde. Eine wahrscheinlich unvergleichbare Erfahrung, über die man sich bewusst sein sollte.

tl;dr: Die Elbe war mein Zuhause, sie ist immer noch meine Heimat. Wer an der Elbe aufgewachsen ist weiß, dass hier das Wasser anders rauscht, anders riecht und die Zeit ganz anders verrinnt. Als Magdeburger Kind frage ich mich auch stets in der Ferne, “ist denn die Elbe immer noch die selbe?” Als Elbeblogger möchte ich es herausfinden und sehen, was die Elbe noch sein kann und für andere ist.

Diese und andere Bilder finden sich auf meinem Instagram-Account. Alle Bilder stehen unter CC BY 4.0.

UPDATE I: …ich habe mich voller Zuversicht schon einmal auf den Weg gemacht:

#Elbeblogger: Unterwegs zur Elbe (Image: Katharina-Franziska Kremkau, CC BY 4.0)

#Elbeblogger: Unterwegs zur Elbe (Image: Katharina-Franziska Kremkau, CC BY 4.0)

#Elbeblogger: Unterwegs zur Elbe (Image: Katharina-Franziska Kremkau, CC BY 4.0)

#Elbeblogger: Unterwegs zur Elbe (Image: Katharina-Franziska Kremkau, CC BY 4.0)

UPDATE II: Und hier noch ein paar Gedanken zu den Möglichkeiten des Storytelling als Elbeblogger.