Der Bayerische Rundfunk (BR) hat sich dazu entschlossen, die bei den Fans sehr beliebte Kultsendung Space Night komplett mit unter Creative Commons-lizenzierter Musik (CC-Musik) zu produzieren. Damit ist über vier Wochen nach dem verkündeten Ende der Sendereihe nicht nur das Format gerettet, sondern auch ein von der Fangemeinde gewünschter Weg mit freien Inhalten gewählt worden.

Bereits Ende Januar entschloss sich der BR dazu, dass nach den ersten Protesten der Fangemeinde die sehr beliebte Sendung Space Night nicht eingestellt, sondern weiter produziert wird. Doch die alleinige Rettung war nicht das einzige Ziel gewesen. Da der BR als Grund für die Absetzung die höheren Tarife der GEMA nannte, empfahl die Fangemeinde die Nutzung von freier CC-Musik. Diese Woche hat der BR sich dazu entschieden, dem Wunsch der Fans Folge zu leisten. Die Space Night wird nur noch CC-Musik nutzen!

In einem ersten Schritt werden jetzt einzelne ältere Folgen mit CC-Musik neu vertont. Ab Herbst könnten dann bereits neue Folgen von Anfang an mit CC-Musik produziert werden. Dafür bemüht der BR sich auch um Bilder aus dem Weltraum in HD-Qualität. In weiteren Schritten soll besonders auch die große Fan- und Aktivist_innengemeinde von der Space Night und CC-Musik kreativ in den Produktionsprozess eingebunden werden. Einzelheiten sind aber erst noch in der Planung.

Besonders überzeugt hat den BR das Engagement der Fans für ″ihre″ Sendung und das mit CC-Musik ein konstruktiver Dialog zur Rettung der Space Night beschritten wurde. Die Facebook-Gruppe ″Rettet die Space Night mit CC-Musik″ und besonders das von Marco Trovatello aufgesetzte Wiki, in dem Musiker_innen und Verlage ihre CC-Musik mit einer Nutzungserlaubnis für den BR eingetragen haben, stellten die notwendige Grundlage für den Neuanfang der Space Night mit freier Musik dar.

Christian Grasse, der zu Beginn der Proteste einen offenen Brief an Werner Reuß, Leiter des Programmbereichs Wissenschaft, Planung und Entwicklung bei BR-alpha, geschrieben hat, erklärt auf Grund der erfreulichen Entscheidung des BR auf seinem Blog einmal die kreative und freie Musikszene, die durch die Space Night einen neuen Schub erfahren könnte.

Endlich frei. Frei wie in Freiheit, wie ein kluger Mann einmal sagte.

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This article has 23 comments

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  3. Fjunchclick Reply

    Wahrscheinlich wird die GEMA sich darauf berufen, dass Musiker, die ihre Musik unter der CC-Lizenz zur Verfügung stellen, ja bestimmt schon einmal Musik von GEMA-Mitgliedern gehört haben. Davon wurden sie dann inspiriert, haben somit GEMA-Material genutzt und müssen deswegen zahlen. Oder sie kennen jemanden, der schon mal solche Musik gehört hat. Oder sie haben schon mal von jemandem gehört, der jemanden kennt….

    ;-D

    Im Ernst, ich finde das sehr gut und hoffe, dass der GEMA da ordentlich Kohle flöten gegangen ist

  4. Pingback: Space Night mit CC Musik | Die wunderbare Welt von Isotopp

  5. Pingback: Space Night goes Creative Commons › Nerdcore

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  8. John Weitzmann Reply

    Ich rate zur Vorsicht bei sowas. Wenn es wirklich wirklich wirklich nicht anders zu finanzieren ist, kann man legitim von einer “Rettung” durch freie Musik sprechen. Angesichts von 4,5 Mrd. € Rundfunkbeitrag, der dadurch nicht sinkt, ist es eher eine Umschichtung von Ausgaben zulasten der mit Tantiemen arbeitenden Musiker. Das hat zwar die GEMA mit zu verantworten durch ihre Ausgrenzungspolitik, aber dass der BR hier letztlich vor allem Geld spart, das wir alle ihm aber sowieso geben müssen, gibt dem Ganzen einen schalen Beigeschmack.

    • Isarmatrose Reply

      Rettung durch CC-Musik war der erste Wunsch, wenn es denn wirklich nicht anders zu bezahlen wäre, was ich auch nicht glaube. Da die Space Night aber schon “gerettet” war, ist die jetzige Entscheidung meines Erachtens als bewusste Wahl von freien Lizenz zu betrachten.

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